Der Chi-Quadrat-Test ist eine mathematisch-statistische Methode, die zur Ermittlung unerkannter Steuerquellen eingesetzt wird. Grundlage des Chi-Quadrat-Tests ist die Erkenntnis, dass jeder Mensch individuelle Lieblingszahlen hat. Soweit Manipulationen in der Buchführung vorgenommen werden, werden auch diese Lieblingszahlen unbewusst verwendet. Mit dem Chi-Quadrat-Test kann festgestellt werden, ob statistisch betrachtet die in der vorliegenden Buchhaltung enthaltenen Zahlen von einer Standardverteilung abweichen. Ferner werden bestimmte Grenzwerte definiert, bei deren Überschneidung mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass der Steuerpflichtige seine Unterlagen manipuliert hat.

Nach dem die Buchführung zunehmend elektronisch erfasst wird, werden auch im Rahmen einer Außenprüfung/Betriebsprüfung korrespondierende elektronische Auswertungsmöglichkeiten eingesetzt. Die Software der Finanzverwaltung sieht dabei verschiedene spezielle Prüfmöglichkeiten vor. Unter anderem der Chi-Quadrat-Test kann insoweit relativ einfach durchgeführt werden. Auch bei großen Datenmengen kann relativ schnell ermittelt werden, ob auffällige Abweichungen vorhanden sind.

Durch den Chi-Quadrat-Test ermittelte Auffälligkeiten belegen noch nicht ohne Weiteres, die Unrichtigkeit der Buchführung. Allerdings ergeben sich zumindest Zweifel an der Ordnungsmäßigkeit der Buchführung. Die Betriebsprüfung wird insoweit weitere Ermittlungen anstellen. Vorstellbar ist insbesondere, dass die der Buchführung zugrunde liegenden Belege einer genaueren Prüfung unterzogen werden. Bestätigen sich hier die Auffälligkeiten, wird dies zur Einleitung eines steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahrens bzw. ggf. zum erfolgreichen Abschluss des Ermittlungsverfahrens führen.

Siehe auch: Interner Betriebsvergleich...