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Übertriebenes Anlocken und Wertereklame

Bei Wertreklame handelt es sich um ein Mittel der Verkaufsförderung, bei der mit dem Wert einer Ware oder Leistung geworben wird, die dem Kunden im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Geschäfts über eine andere Ware oder Leistung verbilligt oder ganz unentgeltlich überlassen wird. Diese Vergünstigung wird dem Umworbenen schenkweise gewährt. Die Methoden der Wertreklame sind aus dem Marketing der Unternehmen nicht mehr wegzudenken und ausgesprochen vielseitig.

Beispiele: Geschenke und andere geldwerte Zuwendungen, Rabatte, Kopplungsangebote und Zugaben, Maßnahmen der Kundenbindung, Veranstaltungen aleatorischer Art, wie Gewinnspiele und andere Veranstaltungen, die sich an den Spieltrieb des Verbrauchers wenden, Powershopping, progressive Kundenwerbung.

Gemeinsam ist diesen Methoden, dass nicht mit der Qualität der Ware oder Leistung, sondern mit geldwerten Vergünstigungen verschiedenster Art, die mit dem eigentlichen Angebot nichts zu tun haben geworben wird. Im Grunde handelt es sich um eine Sonderform des Kaufzwanges, da auch beim übertriebenen Anlocken und der Wertreklame mit außerhalb der Kaufsache liegenden Mitteln derart Einfluss auf den Abnehmer ausgeübt wird, dass dieser von einer sachlichen Prüfung der sich gegenüberstehenden Angebote abgehalten wird.

Lange Zeit stand die Rechtsprechung, noch unter dem Einfluss der Zugabeverordnung und dem Rabattgesetz, derartigen Methoden kritischer gegenüber. Mit dem Fortfall der beiden Regelungen hat sich die Sicht jedoch liberalisiert. Während die Gerichte damals schon die Zugabe eines „kleinen Frühstücks mit Ei" in einem Kaffeegeschäft für unzulässig erklärten, ist es mittlerweile einem Kaufmann ohne weiteres möglich, Mobiltelefone zusammen mit einer Netzkarte umsonst anzubieten. Dies deshalb, da der Durchschnittsverbraucher wisse, dass er das Handy über die Netzkarte bezahlen muss. Das Anlocken der Verbraucher mit wertvollen Geschenken ist in der heutigen Zeit nichts Ungewöhnliches. In den Anwendungsbereich des § 4 Nr. 1 UWG werden lediglich solche Angebote fallen, die über keine vernünftige wirtschaftliche Grundlage verfügen.

Zu beachten ist jedoch, dass bei derartigen Werbemaßnahmen ein gewisses Maß an Transparenz eingehalten wird, da die Maßnahme andernfalls gegen die Preisangabenverordnung verstoßen können.

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