Kapitalwertorientiertes Bewertungsverfahren

Das kapitalwertorientierte Bewertungsverfahren geht von der Annahme aus, dass sich der immaterielle Vermögenswert z.B. einer Marke, daraus ermitteln lässt, dass aus dem immateriellen Vermögenswert künftige Erfolgsbeiträge in Form von Zahlungsströmen (Cash-Flows) erwirtschaftet werden können.

Als speziellem Bewertungsverfahren ergibt sich bei der kapitalwertorientierten Bewertung der Wert des immateriellen Vermögensgegenstandes aus der Summe der Barwerte des zurechenbaren, zukünftig zu erzielendem Cash-Flow aus der Nutzung des Vermögensgegenstands während der zu erwartenden Nutzungsdauer. Der Barwert drückt den Wert eines künftigen Zahlungsstroms in der Gegenwart aus. Die Höhe des Barwertes hängt von der Höhe der zukünftigen Ein- bzw. Auszahlungen, der zeitlichen Struktur dieser Zahlungen sowie dem verwendeten Zinssatz ab. Er berechnet sich wie folgt:

Barwert Formel

Der Barwert BW0 ist folglich die Summe der mit dem Kalkulationszinssatz i auf den heutigen Zeitpunkt diskontierten künftigen Zahlungen Ct. Graphisch kann die Ermittlung des Barwerts wie folgt dargestellt werden.

Barwert Grafik

Um den Barwert der zukünftigen Ergebnisse zu ermitteln existieren vier Wege der Berechnung:

Bei allen Methoden gestaltet es sich als teilweise schwierig, die spezifischen Zahlungsströme zu isolieren, die sich aus dem zu bewertenden Vermögenswert ergeben. Es muss gerade der Mehrwert im Vergleich zu Zahlungsströmen ohne den spezifischen Vermögenswert ermittelt werden.

Die angesetzte Nutzungs-/ Lebensdauer des zu bewertenden Immaterialguts ist von wesentlicher Bedeutung für die Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen. Die Lebensdauer bestimmt die Anzahl der einzelnen Zahlungen Ct. Die Lebensdauer kann durch verschiedene Methoden bestimmt werden:

  • Analyse des wirtschaftlichen Rahmens
    • Nachfrageschwankungen
    • Zinsraten
    • Inflation
    • Finanzierungsprobleme
    • Geschmacksänderungen
    • Rentabilitätsprobleme
  • Analyse des rechtlichen Rahmens
    • Schutzrechte
    • Vertragsrechte
    • Rechnungslegungs- und steuerliche Einflüsse
    • Regulatorische Einflüsse
  • Analyse sonstiger beeinflussender Determinanten
    • Verlust des Vorsprungs
    • Auslastung
    • Erhaltungsaufwendungen
    • Zusammenspiel mit anderen Vermögenswerten
    • Überholung
  • Quantitative Analyse, z.B.
    • Churn-Rate
    • Überlebenskurve

 

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