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Neben vielen anderen hat Welt Online heute berichtet, dass sich der Verein Bayer Leverkusen den Begriff "Vizekusen" rechtlich hat schützen lassen. Ein durchaus geschickter Schachzug, mit dem verhindert werden soll, dass von "anderen Schindluder damit getrieben wird", wie Bayer-Mediendirektor Meinolf Sprink verkündet.

Es ist hinlänglich bekannt, dass der Verein in den Medien häufig und zumeist abfällig als "Vizekusen" bezeichnet wird. Bundesliga, Pokal, Champions League. Ewig auf dem zweiten Platz. Ob hierdurch mit den Empfindungen der Mitglieder und Fans Schindluder getrieben wird, ist nicht überliefert, darf jedoch angenommen werden.

Ist die Eintragung des Begriffes "Vizekusen" nun ein Akt der Selbstbehauptung, mit dem sich der Verein gegen seine anhaltende begriffliche Schmähung wehrt? Vordergründig nicht. Den Medien und den gegnerischen Fans ist es selbstverständlich weiterhin gestattet, den Verein als "Vizekusen" zu bezeichnen.

Aus der Eintragung folgt zunächst nur, dass es ausschließlich dem Verein vorbehalten ist, "Schindluder" mit dem Begriff "Vizekusen" zu treiben. Gemeint ist damit: Geld verdienen. Wer einen Pappteller, einen Schal, oder eine Kappe mit dem Begriff "Vizekusen" erwirbt, soll sicher sein, dass es sich auch wirklich um einen offiziellen Marketingartikel handelt. Dritte, die den Begriff ohne Erlaubnis des Vereins im gewerblichen Bereich zur Kennzeichnung von Fanartikeln verwenden, müssen mit der Geltendmachung von Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen rechnen. 

Gleichwohl stehen die Chancen nicht schlecht, dass es dem Verein gelingt, sich von dem mit dem Begriff verbundenen negativen Image zu lösen. Es wäre nicht das erste Mal. Bereits im Jahre 2006 gab der Club den Kampf gegen sein negatives Image als Retortenclub auf, und schlug Profit daraus. Die "Pillendreher vom Rhein" ließen sich den Begriff "Pillendreher" rechtlich schützen und bezeichneten sich mit neuem Selbstbewusstsein fortan als "Werkself".

Angesichts der bisherigen Erfolge dieser Marketingstrategie scheint es nur eine Frage der Zeit, bis andere Bundesligaclubs auf die gleichen Ideen kommen. In diesem Fall hätte Bayern München aber das Problem, dass "Rekordmeister" als Marke bereits eingetragen ist.

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